Elephants legen optimalen Start hin
   Foto: G. Salzburg
Treffsicher: Bastian Becker spielte in Hagen stark auf.

Zum Auftakt der Basketball-Saison gewinnt der Regionalligist mit 98:87 in Hagen.

Von Dirk Sitterle

GREVENBROICH | Ken Pfüller war ehrlich. „Vor dem Spiel“, verriet der Trainer des Basketball-Regionalligisten NEW’ Elephants, „bin ich super nervös gewesen.“ Verständlich, schließlich hatte der neue Coach mit seinem Team nach dem radikalen personellen Umbruch im Sommer doch ausgerechnet bei der hochgehandelten BG Hagen seine Feuertaufe zu bestehen gehabt. „So was kann mit +25 für uns ausgehen, aber eben auch mit -25 gegen uns“, fügte der 44-Jährige an. Entsprechend gelöst zeigte sich der Coach nach dem überzeugenden 98:87-Erfolg (Halbzeit 47:50). „Das ist heute schon gut für uns gelaufen“, bilanzierte er.

Dabei hatten die Gäste durchaus harte Phasen zu überstehen: Der in der Saison 2018/2019 auch mal für einige Monate für die Elephants tätige Litauer Vytautas Nedzinskas eröffnete die Partie mit einem gelungenen Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie und sorgte kurz darauf mit einem durchaus seltenen Vier-Punkte-Spiel (Dreier plus Bonusfreiwurf) für eine 9:3-Führung (3.) der Hagener. Die setzten die Grevenbroicher zusätzlich mit rasanten Fastbreaks unter Stress. Die Elephants konterten gegen die Zonenverteidigung mit einem Feuerwerk aus der Distanz, nahmen über die volle Spielzeit 41 Dreier-Versuche und verwandelten davon 16 für eine Wurfquote von ordentlichen 39 Prozent. Trotzdem stürzten sie nach Hagens 10:0-Serie zum 35:32 im zweiten Viertel in arge Not, gerieten mit 40:50 (18.) ins Hintertreffen.

Doch bei der Halbzeitansprache machte Pfüller seinen Schützlingen angesichts des knappen Drei-Punkte-Rückstands klar: „Wenn wir deren Fastbreaks stoppen und noch den starken Amerikaner Marcus Ligons in den Griff kriegen, gewinnen wir hier.“ Und die Elephants folgten ihrem Coach, zimmerten im dritten Viertel ihrerseits einen 15:0-Run zusammen (67:52) und lagen nach einem Dreier des überragenden Bastian Becker (18 Punkte, 4/6 Dreier) in der 27. Minute komfortabel mit 72:55 vorne. Dass es dann um ein Haar doch noch mal eng geworden wäre, nahm Pfüller auf seine Kappe. „Ich habe auf Zonenverteidigung umgestellt. Aber das war keine gute Idee.“ Vor dem Schlussviertel war Hagen beim 69:76 wieder im Match. Doch wirklich aus der Ruhe brachte das Pfüller nicht mehr. Dazu funktionierte sein Team an diesem Abend einfach viel zu gut: In Bastian Becker (18), Dzemal Selimovic (17), John Murry (16), Marc Raß (13) und Andrija Blatancic (10) punkteten gleich fünf Elephants zweistellig. Selimovic (zehn Rebounds) kontrollierte gemeinsam mit Moritz Krume (5) die Bretter. „Doch ich will heute keinen Spieler hervorheben“, sagte Pfüller. „Alle hatten ihren Anteil am Sieg. Und gerade das macht uns ganz schwer ausrechenbar.“

Um weiter am Feintuning zu arbeiten, hat der Trainer nun Gelegenheit, denn am nächsten Wochenende ist er mit seinen Elephants nicht im Einsatz. Wegen seines Engagements als Verbandstrainer wurde die Partie gegen Recklinghausen auf den 8. November verlegt.

Hagen: Ligons (18), Philipp, Opitz (12), Fritze (4), Spitale (2), Nedzinskas (22), Loch (13), Fuhrmann (2), Schlink, Theodoridis (8), Luchterhand (6)
Grevenbroich: Raß (13), Blatancic (10), Mkwanazi, Königs (6), Markert (4), Krume (5), Becker (18), Elkenhans, Selimovic (17), Coles (9), Murry (16)
Viertel:
25:30, 25:17, 19:29, 18:22