Der tierliebe Stadtdechant
Foto: Anne Orthen
Stadtdechant Frank Heidkamp besucht die Zwergkaninchen-Zucht seiner früheren Mitarbeiterin Miriam Schmauder.    

Der Düsseldorfer Stadtdechant Frank Heidkamp ist ein großer Tierfreund. In seiner alten Gemeinde besuchte und segnete er jetzt die Zwergkaninchen-Zucht seiner ehemaligen Mitarbeiterin Miriam Schmauder.

Von Simona Meier

WERSTEN | Hund Mila schnuppert vorsichtig am Weihwasser. Der neue Düsseldorfer Stadtdechant beobachtet sie dabei mit einem Lächeln. „Freude an Tieren habe ich immer“, sagt Pfarrer Frank Heidkamp. In seiner Familie gab es schon immer Hunde, mit ihnen wuchs er auf. „Meine Eltern hatten viele Jahre lang einen Rauhaardackel, ich hatte mal einen Cocker Spaniel und als Kind auch Meerschweinchen“, erinnert er sich.

Außerdem ist sein Namenspatron der Heilige Franziskus von Assisi, der als Freund der Tiere bekannt war. „Ich kann auf der Straße selten einfach so an Tieren vorbei gehen, da muss ich mal kurz gucken und sie begrüßen“, verrät er. So kam es auch, dass ihn die Zwergkaninchenzucht seiner früheren Mitarbeiterin aus der Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen, Miriam Schmauder, interessierte. Kurzerhand stattete er den kleinen Tieren mit den Schlappohren jetzt einen Besuch ab. Zwölf bis 15 Tiere hält die Hobbyzüchterin in ihren Ställen. Abgegeben werden die kleinen Rudeltiere mindestens zu zweit.

„Wir züchten schon seit vier Jahren NHD-Kaninchen, die Schlappöhrchen haben und nicht so schreckhaft sind“, sagt Schmauder. Die Zwergkaninchen-Rasse Nederlandse Hangoor Dzwerge (NHD) gilt als lieb und verschmust. In der Regel werden sie draußen gehalten, aber auch drinnen können die kleinen Hasen gut leben. „Unsere Tiere werden vom ersten Tag an in die Hand genommen, sind Menschen gewöhnt und deshalb sehr zutraulich“, sagt Miriam Schmauder. Auch Frank Heidkamp nimmt schnell erste Kontakte mit den Tieren auf, streichelt die Kaninchen und kuschelt mit Hund Mila. Die Freude ist groß, denn der Hund kennt den Chef seines Frauchens aus dem Pfarrbüro in Wersten. Eine innige Freundschaft verbindet den Pfarrer mit der kleinen Hundedame. „Tiere muss man wertschätzen“, sagt Frank Heidkamp. Gelassen betrachtet er die kleinen Tiere, fragt nach der Aufzucht und schaut auf die Namensschilder, die an den Käfigen angebracht sind.

In seiner Tätigkeit als leitender katholischer Geistlicher von Düsseldorf hat Heidkamp keine Möglichkeit, ein eigenes Tier zu halten: „Es mangelt an Zeit und einem Garten“, sagt er. Dennoch hat der Stadtdechant zu Hause Tiere um sich, denn er mag Kühe sehr gerne: „Ich habe eine Zeit lang auch Kühe in jeglicher Form gesammelt“, sagt er. Ihn fasziniere der Blick, wenn man ihnen gegenüberstehe.

Der gute Kontakt zum Tier begleitet den Pfarrer schon sehr lange. Bereits in Wuppertal und später in Düsseldorf gehörten Tiersegnungen in Gottesdiensten für ihn dazu, er ist sehr aufgeschlossen. „Es dürfen alle Tiere in meinem Pfarrbüro zu Gast sein, ich finde es wichtig, dass man zum Beispiel einen Hund draußen nicht einfach anleint.“ Das möchte er auch als Stadtdechant so beibehalten und in Zukunft stehen sicher auch wieder Gottesdienste mit Tiersegnung auf dem Programm. Bis es so weit ist, kommen erstmal die Kaninchen von Miriam Schmauder dran. Eine solche Segnung unterscheide sich nicht von der des Menschen, beschreibt der Pfarrer. „Man segnet auch gleichzeitig die Menschen, dass sie sich der Tiere würdig zeigen“, sagt er. Denn auch darum geht es: Die Wertschätzung der Schöpfung im Allgemeinen steht für den Stadtdechanten im Mittelpunkt. Für Mila und die Zwerg-Kaninchen geht ein aufregender Vormittag schließlich mit Gottes Segen zu Ende.