Elephants sind vor Bonn auf der Hut
   Foto: M. Ritters
Punktet im Schnitt zweistellig für die Elephants: Marc Rass.

Bei den Magenta-Bubis in der ehemaligen Bundeshauptstadt könnte der Basketball-Regionalligist aus Grevenbroich schon seinen vierten Sieg in Folge einbringen.

Von Dirk Sitterle

GREVENBROICH | Auch abseits der Corona-Krise mit ihren beschränkenden Maßnahmen im Zuschauerbereich sind Spiele im Ausbildungszentrum am Basketsring 1 gegen die Zweitvertretung des Bundesligisten Telekom Baskets Bonn ziemlich selten vergnügungssteuerpflichtig. Dort fighten nämlich – bei zumeist dürftiger Atmosphäre (nur wenige ausgewählte Personen aus dem direkten Mannschaftsumfeld dürfen rein) – stets erstklassig ausgebildete und vor Eifer platzende Bubis um ihre Chance, den Sprung ins Profigeschäft zu schaffen. Das ist nicht immer schön, aber auf jeden Fall anstrengend – am Samstag ab 16.30 Uhr für die NEW’ Elephants.

Denn in der vergangenen Spielzeit führte Coach Savo Milovic seine Jungs zurück in die Regionalliga. Und obschon dort gleich mal als Abstiegskandidat Nummer 1 gehandelt, mischen sie die Liga kräftig auf: Von vier Spielen haben die Youngster aus der ehemaligen Bundeshauptstadt zwei gewonnen, kurioserweise jeweils auswärts: 89:88 in Recklinghausen und 91:82 in Dorsten. In eigener Hütte setzte es Niederlagen gegen Herten (87:101) und Rhöndorf (63:101). Wie der Gegner tickt, wissen die Elephants genau, lief ihr neuer Teamkollege Thabiso Mkwanazi doch noch in der vergangenen Saison im magentafarbenen Dress der Bonner auf.

Die Vorbereitung auf diesen Gegner fällt indes schwer, „denn das ist nun mal eine Ausbildungsmannschaft für die 1. Liga“, sagt Grevenbroichs Trainer Ken Pfüller. Die Topleute sind aber leicht auszumachen: Jeremy Lewis ist mit bislang 18,8 Punkten im Schnitt fünftbester Scorer der Liga. Der US-Amerikaner hatte den SV Hagen-Haspe in der Saison 2017/2018 mit durchschnittlich 26,1 Zählern in die Regionalliga West geführt. Sein Engagement beim TV Ibbenbüren verlief danach mit 15,8 Punkte, 4,5 Rebounds und 2,8 Assists nicht ganz so spektakulär. Philipp Gruber gehört mit 15,8 Punkten im Schnitt als Neunter ebenfalls zur Top 10 im Westen. Der 1,93 Meter große Shooting Guard war 2019 von den Dragons Rhöndorf nach Bonn zurückgekehrt. Unter den besten zehn Punktesammlern der Liga ist auch Grevenbroich mit zwei Akteuren vertreten: Für John Murry stehen nach drei Partien 24,0 Zähler und Platz sieben zu Buche, Andrija Blatancic kommt pro Match auf 20,7 Punkte (10.). Pfüller verweist jedoch gerne darauf, dass in seinem Team in Bastian Becker (12,3), Dzemal Selimovic (11,7) und Marc Raß (11,0) noch drei weitere Spieler mit zweistelligem Punktedurchschnitt stehen. Sich auf einen bestimmten Elefanten zu konzentrieren, wäre also fatal. Nach drei Siegen in Folge zum Start weiß der Coach, „dass wir Bonn schlagen können.“ Aber sowohl in Hagen und Herten als auch gegen Dorsten (114:110-Erfolg nach zweimaliger Verlängerung) hatte er Phasen gesehen, in denen es gar nicht lief. Daraus ergeben sich für ihn zwei Schlussfolgerungen: „Wir können in Bonn auch verlieren, die haben in dieser Saison schon gute Mannschaften geschlagen. Dazu müssen wir unbedingt vermeiden, unkonzentriert aufzutreten, Schwächephasen vermeiden und direkt Vollgas geben.“

Noch ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz des gesundheitlich angeschlagenen Dzemal Selimovic, John Murry plagt ein schmerzender Hüftmuskel.