INspares liefert elektronische Bauteile à la carte
Foto: Klapproth
Vertriebschef Wissam Nehme (links) und Geschäftsführer Carsten Finke an einem Schaltschrank in der Halle des Wegberger Unternehmen INspares.   

Mit INspares hat das Wegberger Unternehmerduo Carsten Finke und Ralf Aldenhoven neben INperfektion ein zweites innovatives Unternehmen gegründet. INspares versorgt seine Kunden mit vorparametrierten elektronischen Bauteilen.

Von Michael Heckers

WILDENRATH | Geschäftsführer Carsten Finke serviert den Besuchern die Informationen über sein neues Unternehmen INspares am liebsten an dem Tisch, an dem vor drei Jahren alles begann: „2017 haben Ralf Aldenhoven und ich an diesem Tisch, der früher in meinem Garten stand, die ersten Verträge für unser gemeinsames Unternehmen INperfektion unterschrieben“, sagt der 44-jährige Unternehmer. Nur drei Jahre später hat das erfolgreiche und preisgekrönte Start-up-Unternehmen von der Friedrich-List-Allee im Wildenrather Gewerbegebiet Wegberg-Oval 32 Mitarbeiter und einen hervorragenden Ruf als Full-Service-Provider für Automatisierungslösungen in der Branche. Jetzt wagen Carsten Finke (Geschäftsführer) und Ralf Aldenhoven (Gesellschafter) mit der Gründung des neuen Unternehmens INspares den nächsten Schritt. Ihren Kunden aus der Industrie bieten sie einen Komplettservice für Lager- und Instandhaltung von elektronischen Bauteilen. „Unsere Kunden können sich auf einen zuverlässigen Partner verlassen, der Ihre Produktion direkt mit den Komponenten versorgt, die bereits vorkonfiguriert an den Start gehen können“, erklärt Carsten Finke. Das Prinzip: Elektronische parametrierbare Bauteile à la carte.

Das neuartige Konzept erklären Ideengeber Carsten Finke und Vertriebsleiter Wissam Nehme an einem Schaltschrank in der Halle von INspares: „Stellen Sie sich vor, Ihr Smartphone ist plötzlich defekt. Dann sind Ihre Fotos, Telefonnummern und E-Mails erstmal weg“, sagt Finke. Sich ein neues Gerät zu besorgen, sei heutzutage nicht mehr das Hauptproblem. Alle Accounts, Einstellungen und persönlichen Daten wieder herzustellen, sei die weitaus größere Herausforderung, das mache viel Arbeit, koste Zeit, Nerven und Geld. Hier setzt – übertragen auf industrielle Produktionsanlagen beispielsweise im Lebensmittelbereich – das Konzept von INspares an: „Wenn ein Bauteil in einer großen Anlage ausfällt und die Produktion stillsteht, kann dies in nur wenigen Stunden viele Tausend Euro Kosten verursachen“, erklärt Finke. Die Unternehmen halten deshalb viele Ersatzteile auf Vorrat, was wiederum Geld kostet und Personalressourcen bindet. Außerdem sind die Ersatzteile nicht vorkonfiguriert, sondern müssen erst aufwändig in die stillst ehende Produktionsanlage integriert werden. INspares möchte seine Kunden in diesen Fällen in kürzester Zeit mit den notwendigen Komponenten versorgen, die bereits vorkonfiguriert an den Start gehen können, erklärt Finke. Dazu erfasst das Unternehmen bei seinen Kunden alle parametrierbaren Bauteile inklusive ihrer Einstellungen, versieht diese mit einem individuellen QR-Code und hält in seinen eigenen Räumen Ersatzgeräte für den Notfall bei den Kunden auf Lager. „Wir sind damit ein Lichtblick für eine stillstehende Produktion, den n die Ausfallzeit wird dadurch dramatisch verkürzt“, erklärt Vertriebsleiter Wissam Nehme. Dass der Bedarf für ein solches System besteht, wüssten viele Unternehmen aus eigener leidvoller Erfahrung zu berichten, ergänzt Gesellschafter Ralf Aldenhoven.

INspares gestaltet seinen Service möglichst einfach: Bei einem Komponentenausfall scannen die Kunden mit einer von INspares zur Verfügung gestellten Smartphone-App den QR-Code des entsprechenden Bauteils ein. Das Wegberger Unternehmen verspricht, dass das vorkonfigurierte Ersatzteil innerhalb einer Stunde beim Kunden ist und das defekte Bauteil durch eine quasi geklonte neue Version ersetzt werden kann. Damit werden laut Finke nicht nur kostspielige Stillstandszeiten verkürzt, sondern INspare s-Kunden bräuchten auch keine Ersatzteile mehr vorhalten.

Die INspares GmbH möchte ihren Service zunächst in einem 50-Kilometer-Radius rund um Wegberg anbieten, beispielsweise für Unternehmen zwischen Aachen und Mönchengladbach. „Wir wollen unser Leuchtturmprojekt in den nächsten 24 Monaten konkretisieren und verbessern, dann soll es in einem Franchise-System auf ganz Deutschland ausgeweitet werden“, erklärt Carsten Finke und klopft dabei dreimal auf das Holz des Tisches, an dem vor drei Jahren alles begann.

Info

Das sind die Verantwortlichen

Personen Carsten Finke und Ralf Aldenhoven kennen sich seit der Schulzeit und sind Experten für Elektrotechnik. Beide sind 44 Jahre alt und stammen aus der Region. Ralf Aldenhoven wohnt in Hückelhoven, Carsten Finke wuchs in Dalheim auf und wohnt heute in Stolberg. Wissam Nehme kümmert sich bei INspares um den Vertrieb.

Ausbaupläne Die INperfektion GmbH und die INspares GmbH haben ihre Büroräume und Halle an der Friedrich-List im Wegberg-Oval. INperfektion plant den Bau eines neuen Gebäudes an der Friedrich-List-Allee bis 2022 und wartet derzeit auf die Baugenehmigung der Stadt Wegberg.

Nominiert für Gründerpreis INperfektion war mit der Robotik und hochmodernen Entwicklungen auf der Basis der Digitalisierung für den Gründerpreis NRW 2019 nominiert und kam unter die letzten zehn Teilnehmer. Das Wegberger Unternehmen ist für den Deutschen Gründerpreis 2020 nominiert und freut sich unter den TOP 10 in Deutschland sein zu dürfen. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Preisverleihung auf 2021 verlegt.